• wenkekroschinsky

Die Wunderfrage und das Tagträumen

Aktualisiert: 2. Jan.

Manchmal fällt es schwer, die Lösungen zu Problemen zu sehen. Manchmal glaubt man, es würde nie wieder besser werden. Manchmal ist man der Überzeugung, das Problem infiltriert das komplette Leben. Und manchmal stimmt das alles vielleicht sogar.


Doch wenn es eine klitzekleine Restwahrscheinlichkeit gibt 🤏, dass das oben beschriebene nicht zu 100% wahr ist, dann lies jetzt weiter und probiere die folgende Methode der lösungsorientierten Beratung aus:


Die hypothetische Lösung oder Die Wunderfrage


Was du für diese Methode benötigst, ist etwas Zeit 🕰 für dich allein und ein wenig Phantasie.



„Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“

Zitat von Albert Einstein



Stell dir vor, über Nacht 🌙 während du schläfst 🛌 geschieht ein Wunder. Warum es passiert und wie, spielt keine Rolle und wir werden es auch nie erfahren. Doch das Wunder geschieht und dein Problem, welches du noch hattest, als du in dein Bett gegangen bist, ist am nächsten Morgen 🌅 verschwunden. Es ist einfach weg, existiert nicht mehr in deinem Leben. Versuche dir dieses Szenario in allen Details vorzustellen.


Da du geschlafen hast, weißt du nicht so genau, dass es ein Wunder gegeben hat. Doch du wirst Dinge bemerken, die anders sind als sonst. Lass uns in Gedanken 💭 einen normalen Tag durchgehen und schauen, wie dieser Tag ohne dein Problem aussieht:


Wann stehst du auf?

Wirst du vom Wecker ⏰ geweckt oder wachst du von alleine auf oder weckt dich jemand?

Wo wachst du auf?

Schau aus dem Fenster in deiner Fantasie, welche Jahreszeit ist gerade?

Was tust du direkt nach dem Aufstehen?

Denke immer daran, dein Problem ist nicht mehr da!

Woran merkst du als erstes, dass dein Problem weg ist?

Merkst du es an deinen Gedanken? Oder an deinen Gefühlen? Wie verhältst du dich?

Wer von außen merkt als erstes, dass ein Wunder geschehen ist und dein Problem weg ist?

Woran werden diese Personen 👩🏼‍🤝‍👩🏼 das bemerken?

Wie werden diese Personen darauf reagieren?

Was tust du an solch einem Tag anders als an dem Tag zuvor, als dein Problem noch da war?

Wie genau geht der Tag weiter, so ganz ohne dein Problem?

Welche Veränderungen wirst du im Laufe des Tages noch feststellen? Geh im Geiste deinen kompletten Tag durch.


Schreib 🖊 dir die Antworten zu diesen Fragen auf!



„Der erste Schritt in Richtung Veränderung ist Erkenntnis.“

Zitat von Nathaniel Branden (1930-2014; Psychotherapeut und Autor)



Und nun schau noch einmal über deine Antworten. Markiere 🖍 die all die Dinge, die an dem Tag ohne dein Problem verändert waren. Markiere dir auch unbedingt die Verhaltensweisen, die sich mit dem Verschwinden deines Problems verändert haben.



„Veränderung wird nicht geschehen, wenn wir auf eine andere Person oder eine andere Zeit warten. Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben. Wir sind die Veränderung, die wir haben wollen.“

Zitat von Barack Obama (geb. 1961; 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika)



Stelle nun deine Verhaltensweisen mit deinem Problem und deine Verhaltensweisen aus deiner kleinen Fantasiereise gegenüber. Schau genau hin, wie konkret du dich anders verhältst.


Überlege anschließend, wie du diese neuen Verhaltensweisen erlernen oder üben kannst. Wer könnte dir dabei helfen?


Eine weitere Methode zur Problemlösung, welche du wunderbar mit der Wunderfrage verbinden kannst, ist das Tagträumen. Immer noch hat das Tagträumen einen schlechten Ruf, scheint es doch von außen so, als läge man faul herum🥱 und mache nichts produktives. Doch das stimmt gar nicht.


Wie beim Träumen in der Nacht, verarbeitet unser Gehirn beim Tagträumen Sinneseindrücke, Gedanken und Gefühle. Ist das Tagträumen am Anfang noch bewusst und wird von uns gesteuert, übernimmt nach wenigen Minuten unsere Fantasie das Ruder 🚢 und es scheint, als ob wir einen inneren Film 📺 anschauen. Dabei kann das Gehirn herunterfahren, es muss sich nicht auf eine Aufgabe konzentrieren und die Aktivität wird gedrosselt. Das trägt zur Entspannung 🧘‍♀️ des gesamten Systems bei.


Hier mal die Vorteile vom Tagträumen im Überblick:


- Fördert unsere Leistung und unsere Produktivität

- Lässt unsere kreativen Ideen sprudeln

- Hilft uns, neue Perspektiven einzunehmen

- Lässt uns Kraft 💪 tanken

- Motiviert uns, unsere Ziele zu verfolgen

- Zeigt uns Lösungswege auf

- Kann dazu beitragen, unliebsame Gewohnheiten zu ändern

- Kann das Selbstwertgefühl steigern



„Jeder große Traum beginnt mit einem Träumer. Erinnere Dich immer daran, dass Du in Dir die Stärke, die Geduld und die Leidenschaft trägst, um nach den Sternen zu greifen und die Welt zu verändern.“

Zitat von Harriet Tubman (1820-1913; afroamerikanische Fluchthelferin)



Natürlich muss auch das Tagträumen seine Grenzen haben. Auch hier kann sich eine Sucht danach entwickeln und es kommt einem Entfliehen der Realität gleich. Wie so oft macht die Dosis das Gift.


Wie schaut es bei dir aus? Tagträumst du schon? Oder hast du Lust es nach diesem Artikel auszuprobieren?




Herzliche Grüße

Wenke Kroschinsky

M. Sc. Psychologin


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