• wenkekroschinsky

Dankbar

Aktualisiert: 14. Dez. 2020

Auf meinem bisherigen Lebensweg bin ich vielen wundervollen Menschen begegnet. Manche davon sind geblieben. Andere habe ich unterwegs verloren. Einige werden wohl immer in meinem Herzen und in meinen Erinnerungen bleiben. Tief in mir spüre ich eine grosse Dankbarkeit. Ich bin dankbar für die Menschen, die mir Mut zu sprechen, wenn ich selbst keinen habe. Die mich trösten, wenn ich glaube, die Welt dreht sich nicht mehr weiter. Die hinter mir aufräumen, wenn ich mal Mist gebaut habe. Die mich mögen, wenn ich mich selbst nicht ausstehen kann. Die mir sagen, mein Verhalten sei nicht in Ordnung und an meiner Seite bleiben. Die mir einen Bauchmuskelkater vom Lachen bescheren. Die an meinen Geburtstag denken. Ich bin aber auch dankbar für die Menschen, die mir mit ihrem Verhalten gezeigt haben, wie ich selbst niemals sein möchte. Für die unbequemen Zeitgenossen, bei denen ich erst meine Schwächen mit der Holzhammermethode vor Augen geführt bekommen habe und mit neuen Stärken aus dieser Begegnung heraus gehen konnte. Die mir Toleranz gelehrt haben, weil ich ohne diese Toleranz keine Minute mit ihnen hätte aushalten können. Die mich wütend gemacht haben und ich dabei verstanden habe, wo meine Wut herkommt.


Ich frage mich, ob diese Menschen wissen, wie viel sie mir bedeuten oder einmal bedeutet haben. Habe ich es ihnen immer gesagt? Oder wenigstens gezeigt? Habe ich Menschen verloren, weil ich mich zu wenig um sie gekümmert habe? Oder war es gut so, dass ich sie verloren habe, um daraus zu lernen? Wie genau kann ich den Menschen in meinem Leben meine Dankbarkeit ausdrücken?


Manchmal bedanke ich mich mit Worten. Doch viel öfter zeige ich meine Dankbarkeit mit meinem Verhalten. Ich suche ihre Nähe. Ich verbringe Zeit mit ihnen. Ich lasse alles stehen und liegen, um ihnen beizustehen. Ich höre ihnen geduldig zu. Ich zeige Interesse an ihrem Leben und an ihren Sorgen. Ich biete aktiv meine Unterstützung an. Ich schenke ihnen ein Lächeln. Ich lade sie ein, zum Grillen, zum Kaffee trinken oder einfach nur mal so. Ich nehme Einladungen an. Ich melde mich bei ihnen. Ich frage sie, wie es ihnen geht und das ist dann keine Floskel, sondern ehrliches Interesse. Ich umarme sie. Ich verteidige sie, wenn sie bei anderen in Missgunst geraten sind. Ich fühle mit ihnen. Und wenn das nicht möglich ist, dann versuche ich die Welt aus ihren Augen zu sehen. Ich respektiere ihre Meinungen. Ich schreibe diesen Text für sie.


Dankbarkeit zu empfinden, ist ein sehr schönes Gefühl. Durch das Zeigen können wir dieses warme, angenehme Gefühl teilen. Wie geht es mir, wenn mir jemand seine Dankbarkeit entgegenbringt? Ich fühle mich geschmeichelt, komischerweise auch manchmal beschämt, peinlich berührt. Aber immer intensiviert es meine Beziehung zu diesem Menschen. Ich fühle mich gesehen, gemeint und verstanden. Ich spüre seine Wertschätzung mir gegenüber und habe das Bedürfnis, dies wieder zurück geben zu dürfen. Und so entsteht ein Kreislauf. Ein Geben und Nehmen, dankbar sein und Dankbarkeit empfangen. Und um diesen Kreislauf nicht unterbrechen zu lassen, versuche ich jeden Tag, mit offenen Augen und Ohren meinen Mitmenschen zu begegnen. Der Bäckersfrau schenke ich ein besonders nettes Lächeln. Der Kassiererin im Supermarkt wünsche ich einen tollen Feierabend. Für Freunde plane ich einen Grillabend. Ich schreibe jemanden spontan und teile ihm mit, dass ich gerade an ihn denken musste. Ich kaufe jemanden eine Kleinigkeit, wo ich weiss, dass er sich darüber freuen wird. Ich winke einem Bekannten freudig aus dem Auto zu.


All diese Menschen, die ich hier mit diesem Text anspreche und auch die, die sich angesprochen fühlen, machen meine kleine Welt zu einem lebenswerten Ort.


DANKE!!!


PS: Hier findest du meinen zweiten Dankbarkeits-Post.

100 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen